Nach der OP, Tagebuch Teil 02

30. November 2010 Der 55. post- OP- Tag von Francine
Der 54. post- OP- Tag von Tamara
Heute morgen bin ich wegen Schmerzen aufgewacht. Meine rechte Schamlippe ist total geschwollen.
  Gegen Abend werden meine Befürchtungen dann doch so, dass ich denke, es wird wohl besser sein, ins Krankenhaus zu gehen. Meine Süße ruft direkt in Frankfurt an. Der diensthabende Arzt empfiehlt uns, es sei besser direkt zu ihm zu kommen, da sich die örtlichen Krankenhäuser ja nicht mit den GaOP's auskennen. Also weiter telefonieren. 
  Unser Bekannter hat Zeit und kommt direkt zu uns, während wir einen Koffer packen. Schnell noch das Handy und das Lappi geschnappt und auf nach FfM. Um 1:00 Uhr morgens hat sich der diensthabende Arzt die Schamlippe angeschaut und macht direkt die Papiere fertig zur Aufnahme. Er setzt mir gleich noch den Zugang für die Antibiotika, die ich intravenös bekomme. Ich komme auf die gleiche Station wie bei der OP auf's Zimmer 663, ein Vierbett- Zimmer.
  Ich sehe in Tammy's Augen, dass sie sich total die Gedanken macht, nehme sie ganz zärtlich in den Arm. Nach einer letzten Tasse Kaffee und einer gemeinsamen Zigarette, verabschieden wir uns, sie muß ja wieder nach Hause. Zurück auf dem Zimmer, die Krankenschwester kommt und setzt mir die Antibiotika und die Ringerlösung an.
Am Bett hängt schon der Zettel: "Nüchtern bleiben".
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01. Dezember 2010 Der 56. post- OP- Tag von Francine
Der 55. post- OP- Tag von Tamara
  Beim Frühstück lerne ich nun meine Zimmernachbarinnen kennen, sie sind alle total nett.
  Im Laufe des Vormittags werde ich zur Untersuchung zu Prof. Dr. Sohn gerufen. Er schaut sich die Schamlippe an und meint, wir probieren es zunächst weiter mit Antibiotika. Ich solle nur abends nichts essen, sofern doch eine OP erforderlich sein sollte. Abends rufe ich Tamara an und sage ihr, dass es mir soweit gut geht und sie sich keine Sorgen machen soll, es ist nicht so ernsthaft, wie wir beide befürchtet haben.
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02. Dezember 2010 Der 57. post- OP- Tag von Francine
Der 56. post- OP- Tag von Tamara
  Auch heute werde ich zur Untersuchung zu Prof. Dr. Sohn gerufen. Er schaut sich die Schamlippe an und verordnet auch weiterhin die Antibiotika, denn schneiden könnte jeder und es ist nicht so gefährlich, dass ich die Schamlippe verlieren könnte. Es ist nur ein Abszess, der sich durch einen Fadenknoten, der sich nicht aufgelöst hat, gebildet hat. Das Antibiotika verhindert auf alle Fälle, dass sich der Abszess weiter vergrößern kann. Ich soll aber auch heute Abend wieder nüchtern bleiben.
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03. Dezember 2010 Der 58. post- OP- Tag von Francine
Der 57. post- OP- Tag von Tamara
  Heute ist es dann doch soweit. Prof. Dr. Sohn hat sich für einen kleinen operativen Eingriff entschieden. Ich frage ihn, ob er gleich noch eine Kleinigkeit dabei machen kann. Er lächelt nur und fragt, an was ich denn gedacht hätte. Ich sage ihm, der Venushügel. Er zwinkert mich an und lächelt dabei und sagt ok, das machen wir dann.
  Nachdem ich im Aufwachraum wach wurde und wieder auf dem Zimmer bin, bekomme ich einige Materialien hingestellt, damit die Schamlippe regelmäßig gespült werden kann. Ich lasse mir zeigen, was ich machen muss, damit die Pfleger/innen für die anderen Patienten mehr Zeit haben.
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06. Dezember 2010 Der 61. post- OP- Tag von Francine
Der 60. post- OP- Tag von Tamara
  Tamara kommt heute ins KH zu ihrer Nachuntersuchung, leider hat es nicht geklappt, dass der Termin auf meine Entlassung verschoben werden kann, da dieser noch nicht absehbar ist.
  Mit unserem Freund in Frankfurt angekommen, gehen wir erst mal in den Raucherraum und oh Wunder, wer hätte nicht damit gerechnet, Francine ist natürlich da. Und eine liebe Bekannte, auch TS, hat einen Überraschungsbesuch gemacht. Wir trinken erst mal zusammen einen Kaffee, dann mache ich mich auf den Weg zum Sekretariat von Prof. Dr. Sohn, um mich anzumelden.
  Ich werde gleich auf die Station 22 geschickt, wo ich noch zwei andere Frauen kennenlerne, die eine davon ist heute zu einer erneuten Nachuntersuchung und wartet auch auf den Professor. Ich bin als 2. an der Reihe. Im Untersuchungszimmer erst mal ausziehen und auf den Gyn- Stuhl. Kurz danach kommt der Prof. rein und befragt mich nach meinem Befinden und ob und wie ich bougiere. Ich sage ihm, dass meine Klitoris noch sehr schmerz empfindlich ist und dass ich den "Puschi" nur noch zur Anfangsdehnung verwende und dann einen anderen Dildo nutze. Er ist sehr zufrieden und für mich ist es eine Bestätigung, dass die andere, die ziemlich sauer nach der Nachuntersuchung gewesen ist, den Fehler gemacht hatte, dass sie nicht regelmäßig bougiert. Dafür kann das OP- Team nichts, wir sind schließlich alle nach dieser OP angehalten, selbst mitzuarbeiten.
  Er ist auch mit meiner Tiefenentwicklung sehr zufrieden und sagt mir, dass er mich im Februar 2011 noch einmal untersuchen möchte, um dann auch den Termin für die Nach- OP zu besprechen. Beim verabschieden sagt er mir noch: "Weiter so, und ich dürfte nun auch sexeln, wenn ich möchte.
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09. Dezember 2010 Der 64. post- OP- Tag von Francine
Der 63. post- OP- Tag von Tamara
  Nach der heutigen Untersuchung teilt mir der Prof. mit, dass die Heilung gut voranschreitet und ich morgen entlassen werden kann. Direkt meine Süße informiert, dass sie unseren Bekannten wieder zum Fahren aktivieren kann. Ich freue mich, endlich wieder zu meinen Süßen nach Hause zu kommen.
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10. Dezember 2010 Der 65. post- OP- Tag von Francine
Der 64. post- OP- Tag von Tamara
  Im Sekretariat direkt noch den erneuten Nachuntersuchungstermin für 7.2.2011 vereinbart und dann nach der Heimfahrt endlich wieder zu Hause und nun mit meiner Süßen das erste richtige Weihnachtsfest feiern.
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12. Januar 2011 Der 4. post- OP- Monat
  Heute geht es nun nach Saarbrücken zu unserer Endogrinologin zur Untersuchung und Festlegung der neuen Hormontherapie.
  Bekomme wieder ein Depot- Pflaster zweimal wöchentlich, da ich immer wieder Juckreiz von den Tabletten bekommen habe.
  Es bleibt es bei den Estradiol- Tabletten 2x 2mg täglich.
  Beide bekommen nun Utrogest, zunächst zum Test 100mg täglich, das wir bis ingesamt auf 300mg erhöhen können. Wir stellen aber fest, dass 200mg täglich voll und ganz genügen, nach einiger Zeit setzen wir es aber dann beide auf 100mg zurück.
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14. Januar 2011 Der 4. post- OP- Monat
  Und wieder morgens ins Auto, um 12:00 Uhr haben wir den Termin beim Amtsgericht Frankenthal für die beantragten Personenstandsänderungen. Dort angekommen holt uns der Richter zusammen in sein Zimmer und hat die Anträge schon bearbeitet.
  Nachdem er die Beschlüsse ausgedruckt und unterschrieben hat, wünscht er uns alles gute für unser nun endlich angekommenes Leben.
  Danach besuchen wir noch eine liebe Bekannte in der Nähe von Mannheim, die uns auch in Frankfurt besucht hat.
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07. Februar 2011 Der 5. post- OP- Monat
  Diesmal geht's wieder zum Markus- KH zur Nachuntersuchung bei Prof. Dr. Sohn. Er ist mit beiden sehr zufrieden und empfhielt jeweils noch eine kleine nach- OP.
 
Also direkt nach der Untersuchung in sein Sekretariat und Termin vereinbart.
Der Termin ist der 10. März.
  Natürlich schauen wir auch auf der Station vorbei und die Pflegekräfte freuen sich uns zu sehen. Es ist zwar eine Patientin auf der Station, die auch gerade ihre GaOP hatte, aber da sie noch bettlägrig ist und wir sie nicht kennen, lassen wir Grüße ausrichten und verabschieden uns bis zum März.
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18. Februar 2011 Die Personenstandsänderung ist seit heute rechtswirksam
20. Februar 2011 Die Personenstandsänderung ist seit heute rechtswirksam
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Das war nun unser Tagebuch für die Zeit nach der großen OP und vor der Nach-OP, wie es uns bei der nach-OP gegangen ist, erfahrt Ihr auf den weiteren Seiten.
 
Wir bedanken uns noch einmal bei Herrn Prof. Dr. Sohn und dem gesamten Team.
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OP-Tagebuch

von Tamara & Francine, dem 1. transidenten Paar, das in Deutschland zusammen die GaOP hatte.

Bericht über die GaOP im Markuskrankenhaus FfM.

Diese Informationen sind für Jugendliche nicht geeignet !




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Aktuelles Urteil

Am 11. September 2012 hat das BSG für den Brustaufbau bei MzF-Transsex-uellen entschieden, dass transsexuelle Versicherte einen Anspruch auf geschlechtsangleichende Behand-lungsmaßnahmen einschließlich chirurgischer Eingriffe in gesunde Organe zur Minderung ihres psychischen Leidensdrucks haben können, um sich dem Erscheinungsbild des angestrebten anderen Geschlechts deutlich anzunähern.

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Das persönliche Umfeld

Der größte Fehler ist, dass man die betroffenen transidenten Menschen nach seinem „Coming- Out" in die übliche Geschlechterrolle zwingen will, anstatt ihm/ihr zur Seite zu stehen.

Aber die Eltern und Verwandten, wie auch Freunde versuchen durch psychischem Druck, die Betroffenen wieder in ihr Weltbild zurecht zu rücken.



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Ratgeber A-Z

Fragen gibt es viele -

Antworten aber auch.

Wir versuchen hier möglichst die am häufigsten auftretenden Fragen zum Thema Transidendität aufzugreifen und ausführlich zu beantworten.





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Gericht lehnt Eintragung eines dritten Geschlechts ab

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Zum Veranstaltungskalender auch außerhalb der SHG-TransForMe

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