OP-Tagebuch Teil 03

07. Oktober 2010 Der erste Post- OP Tag
Endlich ist nun auch der OP Tag von Tamara
  07:00 Uhr Allgemeinses Wecken, die Schwester bringt mir mein sexy Hemdchen, das heiße Höschen, die sexy "halterlosen" Strümpfe und das Häubchen für die Haare.
  07:45 Uhr Die Visite, Dr. Michelhoff teilt mir mit, dass ich erst so gegen 12:00 in den OP- Saal komme, da eine Notfall OP in der Nacht reingekommen ist. Er sagt noch zu mir, wenn sie's genauso machen, wie ihre Freundin, wird die OP genauso gut verlaufen, wie bei ihr.
  07:45 Uhr Die Ärztin schaut, ob mein Verband in Ordnung ist und ob der "Puschi" richtig sitzt.
  08:15 Uhr Mein erstes Frühstück, das tut gut, nachdem ich 2 Tage so gut wie nichts gegessen habe, Tammy schaut ganz eifersüchtig zu mir rüber, aber Schadenfreude Part II, ganz genüßlich schiebe ich mir das Brötchen in den Mund, hmmm, das ist sooo lecker.
  08:15 Uhr Meine Süße bekommt ihr Frühstück. Ich habe Hunger…
Also gehe ich erst mal duschen und die Stationsschwester kommt zur Intimrasur. Sie ist genauso positiv überrascht über die Intimrasur, wie bei Francine, aber das ist für uns völlig normal.
  09:30 Uhr Die Beruhigungstablette wird gebracht, geht's doch früher los?
Ist das blöd, die Warterei, bis ich endlich für die OP abgeholt werde, bin total aufgelöst wegen der Vorfreude, aber das Gesicht ist ganz bleich. Bissel Angst ist doch da, aber ist ja auch überhaupt die erste OP unter Vollnarkose.
  10:45 Uhr Tammy geht noch ein wenig auf der Station rum, ich kann mir denken, wie's ihr geht, die Zeit geht nicht rum.
  10:45 Uhr Irgendwie habe ich das Pech wohl gepachtet, schon im März bei meiner Arm- OP kam ein Notfall dazwischen. Es ist schlimm nicht genau zu wissen, wann's nun endlich los geht.
  11:20 Uhr Endlich, mein "Fahrdienst" kommt und holt mich für die OP ab.
  11:25 Uhr Nachdem sich meine Süße mit einem Kuss von mir verabschiedet hat, versuche ich ein wenig zu schlafen. Es klappt nicht also lenke mich mit TV- schauen ab.
  11:30 Uhr Eine ganz nette Mitarbeiterin der Küche kommt ins Zimmer, um die Essensbestellung aufzunehmen. Gleichzeitig kann ich mir ein reichhaltiges Frühstück und Abendessen bestellen. Wow, haben die ne Auswahl an Mittagsessen.
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  11:30 Uhr Die Krankenschwester wünscht mir alles Gute für die OP und nimmt mir noch ein wenig die Angst, sie holt mich später wieder ab. Ich komme in eine Schleuse, muß das KH- Hemdchen ausziehen und werde auf eine Bahre gelegt, danach werde ich mit der schön gewärmten OP-Decke zugedeckt, dann geht es zum OP- 1, wo man mir die Elektroden aufklebt und der Anäs-testist setzt den Katheder und gibt mir die Narkose- Spritze, danach war ich schlagartig weg.
  12:00 Uhr Ein wenig Abwechslung, bekomme das Mittagessen gebracht.
Ich finde auch nach dem Essen keine Ruhe, weiß nicht, wer während der OP nervöser gewesen ist, Tamara bei meiner, oder ich jetzt während ihrer. Wielange wird's wohl dauern, bis ich sie wieder sehen kann.
  15:30 Uhr Meine Augen sind zu, jemand nennt meinen Namen und sagt, dass man mich jetzt in den Aufwachraum bringt. Natürlich habe ich auch gleich 2 Fragen, also…
Meinen ersten Fragen: 1. Hat man Blut- Konserven gebraucht ?
2. Wie tief ist "sie" ?
Die Antworten: 1. Nein, war alles ok.
2. Richtig schön und gut verlaufen
  16:00 Uhr Ich bekomme noch eine i.V. Spritze gegen die Schmerzen und einen neue Infusionsbeutel angehängt, ich bin so aufgedreht und kann es noch gar nicht richtig greifen, dass ich nun endlich am Ziel angekommen bin, endlich ganz Frau zu sein.
  16:45 Uhr Der Pfleger ruft endlich auf Station an, dass man mich abholen kann, ich freue mich, meine Süße wieder zu sehen. Mein Mund steht die ganze Zeit nicht still, so glücklich bin ich. Wie meiner Süßen geht es mir auch, will mich schlafend stellen, irgendwie will das nicht klappen.  
  17:00 Uhr Tammy kommt wieder auf's Zimmer und es geht ihr, wie mir am Tag vorher, sehe ihre Freudentränen. Wie gerne würde ich sie jetzt in die Arme nehmen, ihr einen zärtlich Kuss auf den Mund hauchen, aber ich darf ja leider noch nicht aufstehen.
Auch Tammy kann den Mund ned halten, hab sie schon gaggern gehört, bevor der Pfleger überhaupt die Türe zu unserem Zimmer aufgemacht hat.
Nun ist es endlich soweit, wir liegen zusammen auf dem Zimmer und beide sind so glücklich, dass es Prof. Dr. Sohn ermöglicht hat, dass wir als 1. transidentes Paar in Deutschland gemeinsam die OP erhalten haben.
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  18:00 Uhr Endlich darf ich was trinken, mich wundert allerdings, dass ich recht wenig Durst habe, trotzdem trinke ich in kurzer Zeit eine ganze Flasche Wasser.
  19:15 Uhr Nun mal den ersten Blick unters Deckbett riskiere, uuih alles ganz dick verbunden und die 3 Schläuche kommen aus meinem Körper, 2 mit dem Wundsekret und eben der für den Harnausgang.
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  19:30 Uhr Nun bei Francine's Eltern anrufen und die Mutter ist genauso überrascht, dass ich auch schon so fit zum telefonieren bin. Sie sagt zur mir: "Nun habt ihr's beide geschafft".  
  19:45 Uhr Der Pfleger gibt uns die Thrombose- Spritze, mißt Blutdruck und Temperatur, alles ok.
  19:50 Uhr Mich fragt er, ob ich was essen möchte, klar sage ich, hab richtig Hunger, ein paar Minuten später bringt er mir das Abendessen. Brot, Wurst, Käse, Butter. So einen Heißhunger hatte ich schon lange nicht mehr.
  21:00 Uhr Ich möchte ein wenig schlafen, aber wie soll ich mich legen? Der Verband ist so dick, kann mich fast nicht drehen, ein klein wenig geht es, der Po tut weh vom OP- Tisch, wie soll das nur 5 Tage gehen ?
  22:00 Uhr Ich habe ein ganz komisches Gefühl, als ob der "Puschi" herausgerutscht sei, also klingel ich nach der Nachtschwester. Sie tastet kurz den Verband ab und meint, es sei nichts passiert. Dennoch werde ich das komische Gefühl nicht los.
  0:30 Uhr Die Schwester nimmt mir den Verband ab und probiert ob der "Puschi" wirklich richtig sitzt, es ist aber nichts passiert. Aber natürlich habe ich den ersten Blick auf das OP- Ergebnis haben können. Wow, das habe ich mir schon immer so gewünscht, jetzt ist es Wirklichkeit geworden, natürlich ist noch alles geschwollen und alles grün und blau, aber: "Es ist meine".
  0:30 Uhr Natürlich schaue ich auch zu meiner Süßen, wie sie so ohne Verband da liegt, uuih ist das süß anzusehen, das blöde Ding ist endlich weg bei ihr.  Und ihre strahlenden Augen, haben beide ein wenig "Pipi" in den Augen.
  1:30 Uhr Irgendwie geht das nicht, die ganze Zeit auf dem Rücken zu liegen, ich versuche mich zu drehen und knülle mir das Deckbett zw. die Beine um es mir irgendwie gemütlicher zu machen.
  2:00 Uhr Die Nachtschwester schaut vorbei und da ich nicht schlafen kann, bitte ich sie um eine Schlaftablette, die sie mir aber nicht mehr geben darf, ich bitte um Baldrian-Tabletten, sie meint, das sei eine gute Idee. Sie bringt mir auch noch ein Kissen mit, um das ich gebeten habe, damit ich meinen Rücken ein wenig entlasten kann. Nun fallen mir so langsam die Augen zu und ich schlafe glücklich ein.
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  2:15 Uhr So langsam kehrt Ruhe ein in unserem Zimmer, glücklich schlafen wir beide ein.
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OP-Tagebuch

von Tamara & Francine, dem 1. transidenten Paar, das in Deutschland zusammen die GaOP hatte.

Bericht über die GaOP im Markuskrankenhaus FfM.

Diese Informationen sind für Jugendliche nicht geeignet !




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Aktuelles Urteil

Am 11. September 2012 hat das BSG für den Brustaufbau bei MzF-Transsex-uellen entschieden, dass transsexuelle Versicherte einen Anspruch auf geschlechtsangleichende Behand-lungsmaßnahmen einschließlich chirurgischer Eingriffe in gesunde Organe zur Minderung ihres psychischen Leidensdrucks haben können, um sich dem Erscheinungsbild des angestrebten anderen Geschlechts deutlich anzunähern.

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Das persönliche Umfeld

Der größte Fehler ist, dass man die betroffenen transidenten Menschen nach seinem „Coming- Out" in die übliche Geschlechterrolle zwingen will, anstatt ihm/ihr zur Seite zu stehen.

Aber die Eltern und Verwandten, wie auch Freunde versuchen durch psychischem Druck, die Betroffenen wieder in ihr Weltbild zurecht zu rücken.



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Ratgeber A-Z

Fragen gibt es viele -

Antworten aber auch.

Wir versuchen hier möglichst die am häufigsten auftretenden Fragen zum Thema Transidendität aufzugreifen und ausführlich zu beantworten.





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Gericht lehnt Eintragung eines dritten Geschlechts ab

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Zum Veranstaltungskalender auch außerhalb der SHG-TransForMe

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