OP-Tagebuch Teil 02

06. Oktober 2010 Endlich der Operationstag von Francine
Der Aufnahmetag von Tamara
  07:00 Uhr Allgemeinses Wecken, die Schwester bringt mir mein sexy Hemdchen, das heiße Höschen, die sexy "halterlosen" Strümpfe und das Häubchen für die Haare.
  07:45 Uhr Die erste Visite, Dr. Michelhoff teilt mir mit, dass ich als 2. in den OP- Saal komme. Der erste Eindruck über das Ärzteteam, wir haben uns absolut richtig entschieden, dem KH unsere OP's an zu vertrauen.
  08:00 Uhr Meine Süße bekommt mein Frühstück. Ich habe Hunger… also gehe ich duschen und ziehe mein heißes Outfit an. Die Stationsschwester rasiert mir noch die letzten Härchen weg und wundert sich, dass ich schon gut rasiert gewesen bin, was für mich völlig normal ist.
  08:15 Uhr Die Stationsschwester bringt das Beruhigungstablettchen, es geht also endlich bald los.
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  09:20 Uhr Der "Fahrdienst" kommt, die Schwester sagt zu mir: "So ich fahre Sie jetzt runter, noch können Sie's sich überlegen ...", ich sage nur was solle ich mir da noch überlegen? Sie sagt nur noch, da grinst eine aber sowas von glücklich, und das ging bis sie mir an der Schleuse alles Gute gewünscht hat für die OP.
  09:25 Uhr Am Aufzug noch mal kurz gestoppt, nehme meine Süße ganz lieb in den Arm und hauche ihr einen ganz zärtlichen Kuss auf die Lippen.
Die Stationsschwester sagt, ich solle gleich zur Aufnahme, die Station habe das abgeklärt.
  09:30 Uhr Ich komme in eine Schleuse, muß das KH- Hemdchen ausziehen und werde auf eine Bahre gelegt, danach werde ich mit der schön gewärmten OP-Decke zugedeckt, dann geht es zum OP- 1. Vor'm OP- Saal bekomme ich noch mit, wie man mir die Elektroden aufklebt, danach weiß ich nix mehr
  09:30 Uhr Nun beginnt das selbe Prozedere, wie bei Francine am Tag zu vor. Erst mal den Papierkram erledigen.
  09:45 Uhr Die Stationsärztin kennt mich ja schon, also kann sie die "Aufklärung" zur OP kurzhalten.
Auch bei mir macht sie den Ultraschall der Nieren und der Blase und untersucht auch den zu operierenden Bereich.
  10:00 Uhr Die Anästesistin beginnt grade mit der Information zur Narkose, Ihr Peeper meldet sich, sie muß zu einer Notfall- OP.
  10:15 Uhr Die Anästesie- Besprechung ist nun beendet, die letzte Unterschrift habe ich nun abgegeben.
  10:30 Uhr Nun das EKG, die Blutabnahme und die Urinabgabe und übergebe der Ärztin meine Patienten- Verfügung, die wir beide auf uns gegenseitig ausgestellt haben.
Mein Herz rast dabei, wie verrückt, die Ärztin meint dazu, es ist ja auch kein Wunder, die Partnerin liegt ja im OP- Saal.
  10:45 Uhr Nach dem ganzen Papierkram erst mal bissel an die frische Luft und eine rauchen.
  11:00 Uhr Wieder auf der Station und gebe der Schwester meine Patientenakte. Das Zimmer ist tatsächlich leer, ich kann mein Bett ans Fenster schieben und liege nun meiner Süßen gegenüber.
  11:30 Uhr Ich gehe mal eine rauchen, der Aufzug bringt mich ins Erdgeschoss und dort steigt Prof. Dr. Sohn ein, ich denke nur, ist die OP schon rum?
Also noch die Aufwachzeit abwarten, dann müßte meine Süße ja bald wieder auf's Zimmer kommen.
  12:30 Uhr Ich bekomme das Mittagessen, das letzte Essen für den Rest des Tages. Ich bekomme fast nix runter, also bringe ich das Tablett nach draußen und hole mir einen Kaffee
  13:30 Uhr Nun lege ich mich ein wenig hin, will etwas lesen, kann mich nicht konzentrieren, also schau ich ein wenig fern, bis mir die Augen einfach so zufallen.
  14:15 Uhr Irgendwer sagt meinen Namen, ich werde jetzt in den Aufwachraum gebracht.
Die Augen sind noch geschlossen, aber ich merke, dass ich nicht alleine bin, also raus mit…
Meinen ersten Fragen: 1. Ist "Er" endlich weg?
2. Wie tief ist "sie" ?
Die Antworten: 1. Ja, "Er" ist weg
2. Schön tief
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  14:30 Uhr Hhm, der eine Pfleger ist ja ein ganz Süßer und er geht auf mein Flirten ein.    
Warum schlafen hier eigentlich alle, ist ja langweilig hier, will auf das Zimmer zu Tamara, nun fängt der Durst an, man gibt mir Zitronenstäbchen um den Mund ein wenig anzufeuchten.
  14:30 Uhr Ich bekomme mein Fläschle Abführmittel und die Tabletten zur Endreinigung des Darmes. Nun geht es endlich auch bei mir richtig los. Der solang ersehnte Tag rückt immer näher.
  15:30 Uhr Endlich kommt der "Fahrdienst" und bringt mich auf unser Zimmer zu meiner Süßen. Mein Mund will nicht stillstehen, mache mit der Schwester aus, dass ich mich schlafend stellen will. Es klappt nicht. Mein Grinsen geht bis zu den Ohrläppchen. Die Schwester sagt auch nur, wow, ist da eine glücklich.
Meine Süße kommt natürlich gleich zu mir ans Bett und gibt mir einen ganz dicken Schmatzer und sagt: "Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag" zu mir. Ich habe Tränen der Freude in den Augen, meine Süße gibt mir einen ganz lieben Kuss und macht mir die Tränen weg. Sie kann ihre Tränen aber auch nicht verheimlichen.
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  15:30 Uhr
Nach dem wohl schönsten Kuss meines Lebens, Ich denke "endlich Frau !"
Das Gefühl ist so wahnsinnig, man kann es kaum beschreiben.
  14:30 Uhr Wir sind nun alleine in dem großen Zimmer und natürlich will Tamara alles wissen. Viel ist es natürlich nicht, sie wird's ja am nächsten Tag selbst erleben.
Wir genießen dabei das schöne Wetter und den Blick auf die Skyline von FfM.
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  16:15 Uhr Mal einen Blick unter das Deckbett riskieren, da ist ein dicker Verband und 3 Schläuche kommen aus meinem Körper, 2 für Blutsekret und einer für das Urin. Wie soll ich so die nächsten 5 Tage liegen, überall Schläuche, und am Arm auch noch der Tropf und 2 Katheder.
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  17:30 Uhr Hihi, die Schadenfreude Part I, nun wirkt bei Tamara auch das Abführmittel.
  19:00 Uhr Die Schwester bringt mir eine Antibiotika- Tablette ich habe eine Harnröhren- Infektion. Aber sie beruhigt mich auch sofort: "Nein, an der OP ändert sich nichts"
  19:00 Uhr Endlich bekomme ich mein Abendessen, Brot, Käse, Wurst, Butter und eine frische Tomate. Das tut gut, wieder was in den Magen zu bekommen.
  19:30 Uhr Rufe meine Eltern an, sie wundern sich total, dass ich schon so fit bin und selbst telefonieren kann.
  20:00 Uhr Der Pfleger schaut nach dem Rechten, mißt unsere Werte und gibt uns die Thrombose- Spritze.
  00:20 Uhr Mein Darm ist nun endlich leer, also die letzte Zigarette für die nächsten Tage.
  00:30 Uhr Meine Süße gibt mir einen ganz lieben gute Nacht Kuss, ich weiß, sie wird eine unruhige Nacht vor sich haben, weil sie die OP auch kaum noch erwarten kann. Langsam merke ich doch, dass die OP ziemlich anstrengend war, ich werfe meiner Süßen noch einen Luftkuss zu und schlafe total glücklich ein.
  01:00 Uhr Die Nachtschwester kommt rein und schaut nach dem Rechten, sagt zu mir, dass ich so gegen 9:30 in den OP- Saal kommen werde. Noch nie habe ich das Ende einer Nacht so sehr herbeigesehnt.
  01:30 Uhr Ich schaue noch mal in Franny's Augen, so ein Strahlen habe ich bei ihr noch nie gesehen, ich weiß, ich werde am nächsten Tag genauso glücklich sein.
Ich schaue noch ein wenig TV und mir fallen dann doch die Augen zu. Ganz leise höre ich meine Süße schnaufen, sie ist auch eingeschlafen.
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OP-Tagebuch

von Tamara & Francine, dem 1. transidenten Paar, das in Deutschland zusammen die GaOP hatte.

Bericht über die GaOP im Markuskrankenhaus FfM.

Diese Informationen sind für Jugendliche nicht geeignet !




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Aktuelles Urteil

Am 11. September 2012 hat das BSG für den Brustaufbau bei MzF-Transsex-uellen entschieden, dass transsexuelle Versicherte einen Anspruch auf geschlechtsangleichende Behand-lungsmaßnahmen einschließlich chirurgischer Eingriffe in gesunde Organe zur Minderung ihres psychischen Leidensdrucks haben können, um sich dem Erscheinungsbild des angestrebten anderen Geschlechts deutlich anzunähern.

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Das persönliche Umfeld

Der größte Fehler ist, dass man die betroffenen transidenten Menschen nach seinem „Coming- Out" in die übliche Geschlechterrolle zwingen will, anstatt ihm/ihr zur Seite zu stehen.

Aber die Eltern und Verwandten, wie auch Freunde versuchen durch psychischem Druck, die Betroffenen wieder in ihr Weltbild zurecht zu rücken.



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Ratgeber A-Z

Fragen gibt es viele -

Antworten aber auch.

Wir versuchen hier möglichst die am häufigsten auftretenden Fragen zum Thema Transidendität aufzugreifen und ausführlich zu beantworten.





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Gericht lehnt Eintragung eines dritten Geschlechts ab

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Zum Veranstaltungskalender auch außerhalb der SHG-TransForMe

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